Dämmung des Drempels, ohne die gesamte Verkleidung zu entfernen

Dämmung des Drempels, ohne die gesamte Verkleidung zu entfernen

Ein unzureichend gedämmter Drempel kann eine der größten Wärmebrücken in älteren Häusern sein. Besonders Gebäude aus den 1960er- und 1970er-Jahren verfügen oft nur über eine dünne Dämmschicht hinter den Schrägwänden, wodurch Kälte leicht in Wände und Böden eindringen kann. Zum Glück lässt sich der Drempel nachträglich dämmen, ohne die gesamte Innenverkleidung zu entfernen – wenn man systematisch vorgeht. Hier erfahren Sie, wie Sie die Arbeit effizient und sicher umsetzen können.
Was ist der Drempel – und warum ist er so wichtig?
Der Drempel, auch Kniestock genannt, ist der niedrige Wandabschnitt zwischen der Dachschräge und dem Fußboden im Dachgeschoss. Er bildet den Übergang zwischen dem beheizten Wohnraum und der kalten Dachfläche. Wenn die Dämmung hier unzureichend ist, entweicht Wärme, und es entstehen Zugluft, kalte Wände und höhere Heizkosten.
Eine nachträgliche Dämmung des Drempels gehört daher zu den effektivsten Maßnahmen, um die Energieeffizienz eines Hauses zu verbessern – und sie kann oft erfolgen, ohne die gesamte Verkleidung zu entfernen.
Voruntersuchung: Zustand und Aufbau prüfen
Bevor Sie mit der Arbeit beginnen, sollten Sie den Aufbau des Drempels genau untersuchen. Zugang erhalten Sie meist über eine kleine Revisionsöffnung oder durch das Entfernen einiger Paneele im Sockelbereich.
Prüfen Sie dabei:
- Dämmstärke und Zustand – ist die vorhandene Dämmung zusammengesackt, feucht oder lückenhaft?
- Dampfbremse – gibt es eine intakte Dampfbremse zwischen Dämmung und Innenverkleidung?
- Lüftung – sind an der Traufe Lüftungsschlitze vorhanden, damit Feuchtigkeit entweichen kann?
Wenn Sie unsicher sind, empfiehlt es sich, einen Energieberater oder Zimmerer hinzuzuziehen, um die Konstruktion zu beurteilen.
Methoden zur Dämmung ohne vollständige Demontage der Verkleidung
Je nach Platzverhältnissen und Dämmstoffart gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Drempel nachträglich zu dämmen.
1. Einblasdämmung
Die schonendste Methode ist die Einblasdämmung. Dabei werden kleine Öffnungen in die Verkleidung gebohrt, durch die lose Dämmstoffe – etwa Zellulose, Holzfaser- oder Mineralwollegranulat – eingeblasen werden. Ein Fachbetrieb nutzt dafür spezielle Maschinen, die das Material gleichmäßig im Hohlraum verteilen.
Vorteile:
- Keine vollständige Demontage der Verkleidung nötig
- Schnelle Ausführung, oft innerhalb eines Tages
- Gleichmäßige Verteilung des Dämmstoffs, wodurch Kältebrücken minimiert werden
Nachteile:
- Erfordert Fachwissen und professionelles Gerät
- Eine dichte Dampfbremse ist Voraussetzung, um Feuchteschäden zu vermeiden
2. Dämmung vom Drempelraum aus
Wenn der Drempel über eine Revisionsöffnung zugänglich ist, kann die Dämmung auch von außen, also vom Drempelraum aus, erfolgen. Hierbei werden Dämmmatten oder -rollen aus Mineralwolle zwischen die Sparren geklemmt.
Wichtig:
- Dämmstoff nicht zu stark zusammendrücken – das mindert die Wirkung
- Hinter der Dämmung muss eine Hinterlüftung zur Dachfläche bestehen bleiben
- Alle Anschlüsse und Fugen sorgfältig mit Dichtband oder Folie abdichten
3. Kombination beider Verfahren
In vielen Fällen ist eine Kombination aus Einblasdämmung und manueller Dämmung sinnvoll: schwer zugängliche Bereiche werden eingeblasen, während offene Flächen mit Matten ausgelegt werden. So entsteht eine gleichmäßige und dichte Dämmschicht, ohne dass die gesamte Wand geöffnet werden muss.
Feuchtigkeit und Lüftung im Blick behalten
Durch die zusätzliche Dämmung verändern sich die Feuchteverhältnisse in der Konstruktion. Eine funktionierende Dampfbremse auf der warmen Seite und ausreichende Belüftung auf der kalten Seite sind entscheidend, um Schimmel und Bauschäden zu vermeiden.
Achten Sie darauf:
- Lüftungsschlitze an der Traufe und ggf. am First sind frei
- Die Dampfbremse ist lückenlos und dicht um Kabel und Rohre geführt
- Der Drempelraum wird nicht zur Lagerung feuchtigkeitsempfindlicher Gegenstände genutzt
Fördermöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit
Eine nachträgliche Drempeldämmung amortisiert sich meist schnell, da der Wärmeverlust in diesem Bereich erheblich sein kann. In Deutschland können Sie zudem staatliche Förderungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beantragen. Zuständig ist die KfW oder das BAFA, je nach Maßnahme. Ein Energieberater kann Ihnen helfen, die passende Förderung zu finden und die Anträge korrekt zu stellen.
Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen?
Wer handwerklich erfahren ist und Zugang zum Drempel hat, kann einfache Dämmarbeiten selbst durchführen. Die Einblasdämmung und die fachgerechte Abdichtung der Dampfbremse sollten jedoch einem zertifizierten Fachbetrieb überlassen werden. Fehler in diesem Bereich können zu Feuchteschäden führen, die teurer sind als die eigentliche Dämmung.
Ein Fachbetrieb sorgt außerdem für die notwendige Dokumentation – ein Vorteil, wenn Sie Ihr Haus später verkaufen oder eine Förderung beantragen möchten.
Mehr Komfort und geringere Heizkosten
Die nachträgliche Dämmung des Drempels ist eine lohnende Investition: Sie verbessert den Wohnkomfort, senkt die Heizkosten und steigert den energetischen Wert Ihres Hauses. Mit der richtigen Methode und sorgfältiger Ausführung lässt sich die Maßnahme umsetzen, ohne die gesamte Verkleidung zu entfernen.
Wenn alles fachgerecht ausgeführt ist, werden Sie den Unterschied sofort spüren – weniger Zugluft, gleichmäßigere Temperaturen und ein behaglicheres Zuhause, das Wärme besser speichert und Energie spart.










